Zum 4. Saisonlauf des Fetzer Cup’s ging es nach Italien, ins altehrwürdige Autodromo Nazionale de Monza. Bei bestem Wetter und einer Streckentemperatur von sagenhaften 58°C war die Bühne für ein spannendes Rennen bereitet.
Schon in den Trainings hatte sich angedeutet das Christopher M. und Marcel J. das Potenzial haben wieder ganz vorne mitzufahren.

Die Qualifikation zum 60 minütigen Rennen offenbarte dann allerdings den harten Wettkampfmodus und legten die Karten auf den Tisch. Die vorher öffentlich gefahrenen Trainingszeiten der Teilnehmer wurden, auch durch geschickte Windschattenspielchen, pulverisiert. Nahezu jeder Fahrer legte noch einmal eine Schippe drauf und so zeigte sich das hohe Niveau des Fahrerfeldes. Die 2 Jungs von Joker Sim.-Racing hielten dem Druck jedoch aus! Am Ende der 30 minütigen Qualifikation stand mit einer Rundenzeit von 02:02.482 P6 für Christopher und mit 02:02.137 P3 für Marcel fest. Somit konnten die vorab vielversprechenden Eindrücke bestätigt werden und in eine gute Ausgangslage für beide Fahrer umgemünzt werden.

Vor dem Start war die Anspannung förmlich greifbar. Das Rennen wurde, wie immer, im Stand freigegeben. Die 420Nm des 4 Zylinder 2.0 TFSI lassen sich bei dieser Startvariante nur schwer auf die Strecke bringen und erfordern viel Feingefühl im Gasfuß. Außerdem wartete bereits nur wenige 100 Meter nach dem Start das erste Nadelöhr auf das 24 köpfige Fahrerfeld.

Als die Ampel endlich auf Grün sprang machte Marcel seine Jump Start in Okayama vergessen! Seine Reifen bissen sich förmlich in den heißen Asphalt, der Audi mit der Startnummer 8 suchte sich den Weg durch die Mitte und flog zwischen P2 und dem Pole-Setter vorbei! In Führung bog er mit mehreren Wagenlängen Abstand sicher in die erste Schikane ein.

Auch Christopher erwischte einen blendenden Start, konnte sich aus jeglichem Ärger in der hitzigen und unübersichtlichen Anfangsphase raus halten und reihte sich nach der ersten Runde auf P5 ein. Die Führung in der AM Klasse! Gestärkt aus Okayama lauerte er auf seine Chance.

Bemüht das Feld schnell auseinander zu ziehen, um den berüchtigten Windschattenkämpfen in Monza zu entfliehen ging Marcel direkt hohes Risiko. Der Plan ging auf und einzig der Wagen mit der Nr. 77, Christoph M., konnte folgen. Dieser nutzte clever den Windschatten und setzte in R3 zum Überholmanöver in der Ascari an. Doch der Konter kam promt! Beim Versuch zu folgen musste auch er viel Risiko in Kauf nehmen, zu viel. Die Folge war eine slow down Strafe, somit war Marcel enteilt.

Auch Christopher konnte den Abstand auf P6, Elias H., welcher aktuell die Führung in der AM Gesamtwertung hält, ausbauen. Doch der rutschige Asphalt offenbarte seine Tücken. Christopher verlor das Heck in der ersten Schikane und dadurch 4 Plätze. Nun im eng umkämpften Mittelfeld angekommen gab es beim anbremsen auf die 2. Schikane direkt den nächsten Schreckmoment, als sich sein Fahrzeug mit dem von Marcel S. berührte und er in der Folge weit gehen musste. Die gute Ausgangslage war nun endgültig dahin.

Mit Wut im Bauch ging es auf die Verfolgung und Christopher zeigte seinen Speed. Schnell machte er Boden gut.

Doch wieder war das Glück an diesem Tag nicht auf seiner Seite. In Runde 11 kam es zur wohl unglücklichsten Situation des Rennens. Als in der Gruppe direkt vor im 3 Fahrer nebeneinander aus Kurve 7 auf die Ascari zu rasten reichte eine minimale Berührung für großen Blechschaden. So flogen alle 3 Fahrer ab, wurden durch die Leitplanken zurück auf die Strecke geschleudert und ließen keine Möglichkeit zum ausweichen mehr zu. Insgesamt wurden 6 Fahrzeuge in den Unfall verwickelt, da auch die direkt vor bzw. hinter Christopher fahrenden Audis keine Chance mehr hatten bei über 200 km/h, welche auf diesem Teil der Strecke erreicht werden, noch auszuweichen.

Augenscheinlich noch als unbeschadetster Fahrer aus dem Vorfall heraus gekommen musste doch etwas am Fahrzeug kaputt gegangen sein. Christopher entschied sich seinen Stopp vor zu ziehen und kam direkt an die Box gefahren. Die Reparaturzeit zwang ihn zu einer langen Standzeit, er viel weit zurück.

Boxenstoppzeit nun auch vorne! Marcel konnte mittlerweile, auch begünstigt durch die Uneinigkeit der Verfolgergruppe, welche die Plätze 2-4 auskämpfte, über 7 Sekunden Vorsprung raus fahren, bevor er die Pitline überquerte. Der Führende, der bis zu diesem Zeitpunkt alles richtig gemacht hatte und das Rennen sicher zu gewinnen schien, entschied sich keine Reifen zu wechseln. Berechnete aber die noch benötigte Stritmenge bis Rennende unglücklich. So war es die Nr. 78, Tim M., mit einem perfekten Stop, gelungen den Abstand bis auf 2,5s zu verkürzen und so den Ausgang des Rennens plötzlich doch noch mal spannend zu gestalten!

Endgültig gewendet hatte sich das Blatt schließlich als Marcel seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste und nun, in den letzten Minuten des Rennens, ~1s/Runde auf Tim M. verlor. Es kam was kommen musste und so fand 3 Runden vor Schluss der Führungswechsel statt. Jetzt war es Marcel, der volles Risiko gehen musste, um dran zu bleiben. Ein enger Zweikampf um den Sieg entbrannte. In der Final Lap betrug der Abstand nur wenige Zehntel. Ein Rutscher in der Ascari, doch Windschatten und ein perfekter Exit von Marcel in der Parabolica ließen beide Fahrer gleich auf der Ziellinie entgegen jagen. 5 Tausendstel fehlten am Ende zum Erfolg in Italien und so war es doch „nur“ der 2. Platz. Der Champagner auf dem Treppchen schmeckte entsprechend bitter.

Christopher, nach seinem unverschuldeten Unfall, wieder auf Verfolgungsjagt, kämpfe sich mit frischen Reifen zurück ins Rennen. So schloss er schließlich auf Elias H. auf, seinen direkten Konkurrenten in der Meisterschaft! Er musste ebenfalls ein Problem gehabt haben. Christopher fackelte nicht lange und beschleunigte Elias lehrbuchmäßig aus der Parabolica aus. Ganz wichtig für die Gesamtwertung! Rutiniert fuhr er danach das Rennen zu Ende. Elias dagegen verlor auf Grund seines stark beschädigten Fahrzeuges weitere Plätze.

In der Meisterschaft wird es somit immer spannender! Christopher konnte trotz eines unglücklichen Rennens Schadensbegrenzung betreiben und sogar auf P1 Punkte gut machen. Er hat nach wie vor alle Möglichkeiten den Gesamtsieg in der AM Klasse für Joker Sim.-Racing zu holen.

Am 31.01. geht es weiter nach Brasilien.

Wird es in Interlagos eine ähnliche Hitzeschlacht geben? Wird Christopher die Führung in der AM Klasse übernehmen können?

Ein anspruchsvoller Kurs der wieder Spannung garantiert!

Das Team Joker Sim.-Racing freut sich außerdem bekannt geben zu können das 2 weitere Fahrer in den Fetzer Cup einsteigen und man auf dem brasilianischen Asphalt voraussichtlich erstmalig mit gleich 4 vielversprechenden Fahrern vertreten sein wird!

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